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| Jon Pult

Braucht es eine viel breiter abgestützte Debatte um die Ausgestaltung des Service Public?

Braucht es eine viel breiter abgestützte Debatte um die Ausgestaltung des Service Public? Sollen wir mit einer Medienvielfalt-Initiative das Recht auf Informiertheit einfordern? Diese Fragen gehen vor allem auch an Euch.

Veranstaltung: Medienvielfalt im digitalen Zeitalter - wie weiter?

Wann: Sonntag, 8.4.2018, 17 Uhr bis 19:30 Uhr
Wo: Kosmos, 8004 Zürich
Moderation: Patrizia Laeri (Wirtschaftsjournalistin SRF)
Gäste:
Laura Zimmermann (Co-Präsidentin Operation Libero)
Dr. Sarah Genner (Medienwissenschafterin)
Min Li Marti (Nationalrätin SP Schweiz, Verlegerin)

Damen und Herren, liebe Mitstreiterinnen

Der Sommer kommt, und die NoBillag-Abstimmung von vor einem Monat, kommt einem schon vor, wie der Schnee von gestern. Die Wogen sind geglättet und liebend gerne würden sich die Exponenten der alten Medienwelt wieder in die stillen Kämmerlein zurückziehen und dort die Neugestaltung der Medienzukunft unter sich ausmachen. Die Frage, ob und welche Zukunft sie selber dabei noch haben werden, stellt sich allerdings immer akuter, wie eine kurze Auflistung der Ereignisse seit der NoBillag-Abstimmung zeigt:

Der Baz-Chefredaktor hat sich vor seine Redaktion gestellt und verkündet, dass die Zeitung verkauft wird. Offen ist nur bis heute, an wen.
Nach dem Zusammengehen von AZ Medien mit NZZ Regio steht die Südostschweiz alleine da und feuert, ohne Konzept, dafür per sofort, die Bundeshausredaktion.
Tamedia verzeichnet 186 Millionen Gewinn. Ist aber mit der natürlichen Fluktuation der überflüssig gewordenen Mitarbeiter nicht zufrieden und schliesst “Entlassungen nicht mehr aus.”
Das SDA-Debakel nimmt weiterhin seinen Lauf. Mehr als die Hälfte des geplanten Abbaus von 35,6 der 150 Vollzeitstellen ist bereits vollzogen. Auch während des Schlichtungsverfahrens wurden die Kündigungen nicht sistiert. Um an die Unterstützungsgelder vom Bund zu kommen, will die neuerdings profitorientierte Agentur eine Firma ausgliedern, während sie die Leute feuert und das Angebot zurückfährt.
Die SRG verschreibt sich eine Fitness-Kur, und deutet unter anderem an, sich weiterhin im Online-Angebot einschränken zu wollen. Die jungen Schweizerinnen und Schweizer blieben damit weiterhin ausgeklammert von dem Informationsangebot, das sie mit ihren Beitragsgeldern bezahlen.
Die mit 72 Prozent der Stimmen überwältigend abgelehnte NoBillag-Initiative, war ein lautes und eindeutiges Statement, für einen gemeinsam finanzierten Leistungsauftrag im Sinne einer ausgewogen informierten Bevölkerung. Nach der Abstimmung stellten sich aber die üblichen Interessensvertreter der Medienindustrie vor die Kameras, und wiederholten ihre Forderungen nach einem eingeschränkten Service Public. Dass diese Forderungen dem Informationsbedürfnis der Bevölkerung und der Meinungsvielfalt zunehmend zuwider laufen, ist inakzeptabel. Genauso, wie die Posse um die Verlängerung des völlig veralteten Radio- und TV-Gesetz bzw. die Verhinderungstaktik rund um die Ausgestaltung eines zeitgemässen Mediengesetzes.

Die NoBillag-Initiative hat weit über die SRG-Beiträge hinaus grosse Fragen zur Ausgestaltung der Medienlandschaft aufgeworfen. Braucht es eine viel breit abgestützte Debatte um die Ausgestaltung des Service Public und zur Ausgestaltung des Mediensystems, weil offenbar die bisherigen Interessensvertreter nicht in der Lage sind, sich auf eine zukunftsgerichtete Vision zu einigen?

Sollen wir mit einer Medienvielfalt-Initiative das Recht auf Informiertheit einfordern?

Dies sind die Kernfragen, die wir uns und Euch am kommenden Sonntag-Nachmittag im Kosmos Zürich stellen wollen.

Wir freuen uns auf eine konstruktive Debatte
die initiativen Drei
Jon, Moritz & Hansi